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Patina auf Gebäuden

Wir haben nun das grundlegende Wissen, um aus einfachen Bildern kachelbare Texturen zu erzeugen. In der Regel sehen diese Texturen schon relativ verwittert aus, aber manchmal benötigen wir auch Texturen, die Verwitterungsspuren besitzen, welche auf das Gebäude bezogen sind. Solche Verwitterungsspuren finden wir beispielsweise unterhalb eines Fenstersims oder in der Nähe von Rohren wie bei unserem Sägewerk auf dem Dach an den Schornsteinen oder an dem Rohr für den Transport von Sägespäne.

In unserem Modell haben wir auf der einen Dachseite ein Rohr und zwei Schornsteine auf dem Dach. Als Grundlage für unsere Textur verwenden wir einen Screenshot, um die genauen Bemassung des BAT-Modells zu erhalten. Um eine möglichst große Textur erzeugen zu können, drehen wir zunächst das komplette Modell derart, dass sich ein möglichst großer Ausschnitt des rechteckigen Dachs in der Ansicht befindet. Das beste ist es, wenn das zu texturierende Objekt flach in der Draufsicht ausgerichtet ist, dies muss aber nicht hundertprozentig sein, da wir gmax eine Textur auch stauchen oder dehnen lassen können.

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Um überflüssige Bestandteile nicht mit im Screenshot zu haben, löschen wir vorübergehend alle Bestandteile, welche für die Dachtextur nicht von Interesse sind. Alternativ lassen sich diese Bestandteile über Hide Selektion und Unhide All im Kontextmenü (rechte Maustaste in einer Ansicht) aus- und einblenden. Wir benötigen also das Dach, das Rohr und die Schornsteine. Da es sich in unserm Fall um ein Dach mit Teerpappe handeln soll und bei solchen Dächern meisten eine Wölbung oberhalb der Mauern zu erkennen ist, behalten wir auch die Aussenmauern des Gebäudes bei. Um ein Bildschirmbild zu erzeugen, schalten wir mit [W] die Draufsicht groß, schalten die Darstellung des Rasters mit Views->Grids->Show Home Grid aus und wechseln mit [STRG]+[X] in den Expertenmodus, um eine möglichst große Ansicht zu erlangen. Das Ergebnis unserer bisherigen Bemühungen sieht wie folgt aus.

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In dem Expertenmodus machen wir jetzt einen Screenshot von dem Dach und erstellen ausgehend von dem Screenschot nun die Ausgangsbasis für die Weiterbearbeitung. gmax können wir nun vorerst schließen, ohne das auf das wesentliche reduzierte Modell zu speichern (wer speichert, hat hoffentlich noch ein Backup parat). Wir selektieren in einem Grafikprogramm (z.B. IrfanView, Gimp) aus dem Screenshot nun die Außenkante des Rechtecks, welches in der Draufsicht die Außenkanten des Daches darstellen, und erstellen ein neues Bild mit dieser Selektion. In dem Bild entfernen wir alle für unseren Zweck überflüssigen Linien und speichern das Bild in einem Grafikformat ohne Kompression, wie z. B. im Bitmap-Format. Das Zwischenergebnis mit geänderter Hintergrundfarbe ist nachfolgend zu sehen.

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Als nächstes wollen wir das Bild bis auf die Linien transparent gestalten. Wir öffnen hierzu das Bild in Gimp und fügen mit Layer->Transparency->Add Alpha Channel zunächst dem Bild einen Alpha-Kanal hinzu, welcher für transparente Bilder zwingend erforderlich ist. Als Nächstes wählen wir den Hintergrund des Bildes durch Select->By Color und einen Klick auf die Farbe des Hintergrunds aus. Jetzt können wir den Hintergrund durch Edit->Clear löschen und erhalten das folgende Ergebnis. Möchten man dies Bild abspeichern, so ist ein Grafikformat zu wählen, welches Transparenzen verwalten kann, zum Beispiel im TIFF-Format. Speichern ist aber nicht zwingend nötig.

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Von dem Fenster mit dem transparenten Bild aus erstellen wir jetzt mit File->New ein neues Bild. Gimp verwendet dabei automatisch die selbe Größe wie das Bild in dem Fenster aktuellen Fenster. In dem Bild zeichnen wir zunächst unsere Grundtextur für das Dach. Im nachfolgenden Bild ist diese Textur zu sehen, welche unregelmässig verklebte Dachpappen darstellen soll.

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Über diese Textur möchten wir jetzt unser transparentes Bild mit der Positionen der Mauern, dem Rohr und dem Schornstein legen. Wir legen dazu zunächst mit Layer->New Layer eine neue Ebene an. Als Layer Fill Type sollte transparent gewählt werden. Am unteren Rand des Arbeitsfensters erscheint der Name der Ebene, welche wir neu angelegt haben.
Wir wechseln nun das Arbeitsfenster und kopieren mit [STRG]+[C] komplett unser transparentes Bild, wechseln wieder zurück zum Arbeitsfenster unserer Dachtextur und fügen mit [STRG]+[V] in die gerade erzeugte Ebene unsere transparentes Bild ein. Das Ergebnis sollte dann wie folgt aussehen.

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Nun verschmutzen wir an den entscheidenden Stellen unser Dach. Als erstes sollten wir in die Ebene mit der Dachtextur wechseln. Zwischen den Ebenen läßt sich über [Bild auf] und [Bild ab] navigieren. Ein Blick auf den Namen der Ebene am unteren Rand des Arbeitsfensters offenbart, ob wir zum Zeichnen in der richtigen Ebene sind. Zunächst ziehen wir die Mauern mit der Spraydose und einer leicht dunkleren Farbe nach. Dann verschmutzen wir das Dach unterhalb des Rohrs mit einen rostigen Farbton und die Umgebung der beiden Schornsteine versehen wir mit Ruß. Das Ergebnis schaut in etwa wie folgt aus.

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Jetzt müssen nur noch die Textur alleine stellen, in dem wir in die transparente Ebene wechseln und diese Ebene mit Layer->Delete Layer löschen. Da die Textur etwas zu hell erschien, wurde sie noch komplett verdunkelt. Diese Textur speichern wir nun an einen geeigneten Ort ab, am besten in ein Verzeichnis in dem Ordner, in dem wir unser gmax-Modell des Sägewerks haben.

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Ein Rendering zur Probe unserer momentanen Bemühungen zeigt uns das momentane Aussehen unseres Sägewerks. Fehlen nur noch die sichtbare Mauer auf der linken Seite des Daches. Da muss wohl noch etwas Arbeit in weitere Texturen investiert werden.

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