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Seit dem Start von SimCity sind etliche Monate vergangen. Über die Pannen und das Chaos zu Beginn wurde hier schon berichtet, ebenso über die vordinglichen Wünsche der Spieler. Über ein halbes Jahr Praxiserfahrung ließen auch Patrick Buechner, General Manager des Maxis Emeryvill Studios Bilanz ziehen.

Patrick stellt deutlich fest, dass das Feedback der Spieler ernst genommen würde. Quellen sind Foren, Twitter und Facebook und sicherlich auch die von EA initiierte Umfrage zur Spielermeinung.

Es stellt sich aber die Frage, was wurde denn wirklich an Kritik aufgenommen und realisiert oder zumindest in Aussicht gestellt.

 

Dauerhafte Onlineverbindung

Die anfänglicher Serverprobleme sind zwischenzeitlich behoben. Ob das durch mehr Server, Optimierungen im Server oder Clientbereich erreicht wurde, oder weil einfach viele Spieler einfach die Lust an SimCity 5 verloren haben und das bewährte SimCity 4 wieder nutzen, sei dahingestellt.

Bereits vor Veröffentlichung wurde der angekündigte Zwang zur dauerhaften Online-Verbindung während des Spieles kritisiert, eine Kritik die durch die Startprobleme bestätigt wurde und noch immer nicht abreißt.

Zumindest ist in Patricks Blogbeitrag davon die Rede, dass Sondierungsarbeiten für einen Offline-Modus laufen. Neben der Möglichkeit, ohne Internetzugang zu spielen würden sich damit auch Möglichkeiten für eine Modding-Community ergeben. Sicherlich spielt auch der Gedanke eine Rolle, dass ja eines Tages die Server außer Dienst gehen. Ein Prozedere, das seitens EA nicht neu ist.



Verkehr

Dem andauernden Verkehrskollaps in den Städten wurde mit diversen Updates versucht zu begegnen. Es scheint sich zumindest etwas gebessert zu haben, dennoch bilden sich immer noch lange Staus.

Vielleicht ist das nicht nur ein Problem der Simulationsengine, sondern liegt auch daran, dass die Stadt mit nur einer Straße an das Umfeld und damit die Nachbarstädte angebunden ist. In der Schemazeichnung mit Straßen und Eisenbahnen der Region Viridianswald ist die Verkehrsvernetzung zu sehen. Andere Regionen sehen nicht besser aus.

Der Spieler besitzt keinen Einfluss auf die Verkehrsverbindung außerhalb der Stadtgrenze. In SC4 konnten in beliebiger Zahl Verkehrsverbindungen aller Art zur Nachbarstadt geschaffen werden, die ja glücklicherweise direkt angrenzte. Das SC4-Konzept angrenzender Städte ließ wirklich den Bau gewachsener Metropolen zu, mit dichten Stadtkernen in der Mitte mit eher ländlicher Bebauung am Rande. Und das Ganze mit etwas Geschick übergangslos.

In SC5 stehen quadratische Ansammlungen inmitten einer offenen Landschaft.

Da wäre nicht nur Verbesserungsbedarf bei der Simulation des Verkehrs, sondern bei den Möglichkeiten der Vernetzung und der Anordnungs von Baugebieten zueinander.

Eine Verkehrsentlastung mittels Luftschiffen zu schaffen, das dazu noch als kostenpflichtiger Download angeboten wird, ist da als eher halbherzig zu betrachten. Das widerspricht auch Patricks Aussage "...dass wir unsere Spieler nicht dazu zwingen werden, Spielelemente zu kaufen, die in erster Linie dazu da sind, die Simulation zu verbessern oder bestimmte Probleme zu beheben." [Quelle: http://www.simcity.com/de_DE/blog/article/state-of-simcity-GER]

Größere Städte

Die winzigen Stadtflächen zählen in der Spielergemeinschaft mit zum größten Ärgernis überhaupt. Die an sich wunderbare Möglichkeit, mit geschwungenen Straßen zu arbeiten, wird dadurch zur kaum genutzten Straßenvariante. Sofern die Stadt nicht auf dörflichem Niveau bleiben soll. Bedingt durch die rechteckige Bebauung der anliegenden Wohn-,Gewerbe- und Industrieflächen verbrauchen geschwungende Straßen deutlich mehr Fläche, als das altgewohnte, aber langweilige Rechteckmuster.

Nach Aussage von Patrick wären monatelang Untersuchungen für größere Städte gelaufen, aber es bleibt dabei, dass die Städte nicht größer werden. Die Anforderungen wären zu groß, so dass man größere Städte kaum laden könne, geschweige denn damit spielen.

Scheinbar hat man sich dann entschlossen, statt in der Fläche lieber in die Höhe zu entwickeln. Und das wird vermutlich in dem Add-on "Städte der Zukunft" umgesetzt. Diese bringen sogenannte "Megatürme" mit, Hochhäuser die modular zusammengesetzt werden können. Diese Türme können in sich geschlossene Systeme bilden, enthalten also Wohn- und Gewerbebereiche. Zusätlich sind diese Türme auch hinsichtlich Bildung, Energieversorgung und Abfallentsorgung autark. Die Türme können untereinander über sogenannte "Skybridges" untereinander verbunden werden, was auch den Verkehr in die Höhe verlagert.

[Bildquelle: www.simcity.com © Electronic Arts]

 

Damit steht in der Stadt ein Turm, der möglicherweise Tausende Sims beherbergt, die der Spieler nie zu Gesicht bekommt und die vermutlich auch von der Glassbox-Engine mit wesentlich weniger Aufwand simuliert werden müssen. Da auch die Infrastruktur gleich in den Turm integriert ist, wird weder Fläche der ohnehin kleinen Stadtkarte verbraucht, noch müssen Wege für bspw. Energie, Abfall und der zur Schule gehenden Sims verarbeitet werden.

Die Idee ist ja an sich clever, aber es passt einfach nicht ins Konzept. Man stelle sich eine Region mit mehreren Städte aus solchen Megatürmen vor, die abrupt an der Stadtgrenze aufhören und dann kommt erst mal das große weite Nichts bis zur nächsten Stadt.

Die Kommentare im entsprechenden Blogbeitrag sprechen dazu ihre eigene Sprache.

Mehr zum Addon-On folgt in Kürze.