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Raster, Gitter, "Schachbrett" - gemeint ist das gleiche: Die monotone Bauweise in rechteckigen Straßenblöcken, bei der Gebiet um Gebiet unter gleichförmigen Stadtvierteln begraben wird. Wie um Himmels willen kommt man aus dem Trott heraus?

Am wichtigsten sind sicherlich zwei Aspekte, nämlich das Gelände und der automatische Straßenbau. Wer komplett flache Karten bespielt und beim Zonenlegen die automatisch vorgeschlagenen Straßen annimmt (und nur noch nachträglich durch Landstraßen ersetzt), der steuert geradewegs ins Gitternetz.



ABWECHSLUNGSREICHE LANDSCHAFT

Daher ist es wichtig, seine Scheu vor Hügeln oder Flüssen abzulegen. Diese bieten natürliche Orientierung, indem sie der Stadt - ganz wie in der Realität übrigens! - gewisse Linien und Formen aufzwingen. Und wenn man nun einige Hauptverkehrsadern zuerst zieht, und zwar so, dass sie sich an Flüssen oder Bergen entlangschlängeln, dann hat die Stadt schon ein "Skelett", das vom Raster abweicht.

Ein weiteres, ungemein wichtiges Argument: Kein Gesetz der Welt zwingt einen dazu, die ganze Karte zwanghaft vollzupflastern! Wer auch mal eine Landzunge oder eine Hügelkette einfach bewaldet und unbesiedelt lässt, der hat sofort markante Stellen auf der Karte. Und eine schöne Position für das Zentrum (z.B. in einer Flusskehre oder in einem Talkessel?) sowie für andere Viertel ergibt sich dann oft ganz von allein.

Und wenn dann irgendwo ein Hang kommt, muss man ihn auch nicht gleich unter einer gleichförmigen Ansiedlung begraben, die einfach alle Hügelkonturen stur überwuchert. Man kann auch z.B. die Hochhäuser im Tal konzentrieren und auf den Hängen der Hügel leicht besiedelte Villengebiete schaffen.



ERST STRASSEN, DANN ZONEN

In jedem Falle sollte man nie die automatisch vorgeschlagenen Straßen verwenden; wenn man beim Ausweisen von Zonen die Tasten [Strg], [Shift] oder [Alt] bzw. Kombinationen davon gedrückt hält, dann kann man diesen automatischen Straßenbau deaktivieren.

Stattdessen sollte man lieber erst für ein Straßennetz sorgen und dann die Zonen dazwischenbauen. Das dauert vielleicht etwas länger, aber das Ergebis macht sich zehnmal bezahlt.

Wie schon erwähnt sollten dabei mindestens einige der Hautpverkehrsadern der Landschaft folgen; beispielweise könnte entlang eines diagonal verlaufenden Flusses auch eine Straße lange Zeit diagonal durch die Karte führen. Oder eine Allee oder Autobahn könnte sich immer genau in der Mitte zwischen zwei kurvigen Hügelketten durch ein Tal schlängeln - die Möglichkeiten sind unbegrenzt.

Eine weitere Taktik: Einige Hauptverkehrswege stur diagonal oder sogar ganz unregelmäßig durch ein paar Stadtviertel führen, so dass sich für Autofahrer von A nach B (z.B. von Wohnvierteln ins Industriegebiet) der kürzestmögliche Weg ergibt. Die Zwischenräume zwischen solchen Adern kann man dann sogar mit Straßen füllen, die dem Gitternetz folgen, ohne dass deshalb gleich die ganze Stadt wie ein Schachbrett aussieht.

Und wenn man schon rechteckige Blocks auslegt, dann kann man wenigstens zusehen, dass die Größen verschieden sind und sich auch L- oder T-förmige Blöcke darunter befinden. Ist das dann erst einmal bebaut und begrünt, dann springt es gar nicht mehr so als Raster ins Auge.



Das sind natürlich nur allgemeine Tips; genaueres hängt von Deiner jeweiligen Stadtkarte ab. Ebenfalls sollte man nicht verschweigen, dass so ein strenges Gitternetz natürlich nicht in sich schlecht ist; das Spiel kommt aus den USA, wo so etwas üblich ist. Dementsprechend kann die "Spielmechanik" prima mit Rasterbauweise umgehen. Und auch aus rein gestalterischer Sicht ist Rasterbauweise nichts, was man verteufeln müsste. Gestaltet man eine typisch amerikanische Stadt, ist sie realistisch, und so manches Stadtzentrum - auch in Europa! - ist ebenfalls rasterartig gebaut. Man kann also auch eine Kombination aus Schachbrettbauweise im Zentrum und "Freistil" in den Vororten bauen.