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Hierfür kann es mehrere Gründe geben. Dieser kleine Text ist kein Allheilmittel. Er schildert nur einen Faktor, mit dem ich erst vor kurzem selbst Erfahrung gemacht habe. Ganz allgemein ist das Übliche wichtig: Ausreichende und passende Arbeitsplätze. Aber was, wenn man die Nachfrage verbaut, ohne dass Besserung eintritt? 

Es ist sehr wichtig, zwei Dinge miteinander in Einklang zu bringen:

  • Die Arbeitsplätze, die ein Gebäude nominell bietet
  • Die Anzahl der Pendler, die tatsächlich dort hinfahren (Routenabfrage!)

Ein Beispiel: Wenn ein Gebäude neu wächst, das 200 Arbeitsplätze bietet, dann steht in seinem Abfragefenster bei der Anzahl der Arbeitsplätze womöglich etwas wie "186/200". Hierbei ist die letzte Zahl die maximal mögliche Kapazität. Die erste Zahl richtet sich nach der Attraktivität der jeweiligen Baulage. Sie gibt die momentan tatsächliche Kapazität des Gebäudes an. Wenn die Attraktivität also unter dem Optimum liegt, dann ist auch die Kapazität des Gebäudes unter dem Optimum. In unserem Beispiel könnte es statt 200 nur noch 186 Arbeiter aufnehmen.

Problem: Das heißt noch lange nicht, dass auch die 186 nach gegebenen Umständen möglichen Leute dort arbeiten! Klickt man das Gebäude mit dem Routenabfrage-Werkzeug an, so steht dort unter "Arbeiter" vielleicht eine deutlich geringere Zahl oder gar "null". Wieso ist das ein Problem?

Weil das Gebäude die Nachfrage nach seiner Arbeitsplatzkategorie (DL-§§, I-H usw.) um seine Kapazität senkt und nicht um die letztendlich dort arbeitenden Sims, bekommen wir mit etwas Pech eine hässliche Schieflage. Diese will ich hier kurz an unserem Beispiel demonstrieren:

  • In einer Stadt herrscht Mangel an U-§§-Arbeitsplätzen, daher ist die Nachfrage nach U-§§ im Plus, und zwar bei ca. 2000.
  • Einige Wohngebiete haben schon Probleme wegen des Arbeitsplatzmangels und verfallen.
  • Man weist also Gewerbezonen auf, es wachsen 10 Betriebe mit einer nominellen Kapazität von je 200 Arbeitsplätzen. (Die tatsächliche Kapazität liegt natürlich ein bisschen darunter, das spielt aber keine nennenswerte Rolle.)
  • Nun ist unsere Gewerbenachfrage von + 2.000 verbaut und steht auf Null.
  • Jetzt der Knackpunkt: Wenn zu diesen 10 Betrieben aber nur 400 Leute oder gar überhaupt keine Leute tatsächlich (d.h. anhand des Routenabfrage-Werkzeugs verfolgbar) pendeln, dann haben wir sozusagen Nachfrage im Wert von 2.000 verbaut, aber dafür nur 400 Sims oder im Extremfall keinen einzigen Sim in Lohn und Brot gebracht!
  • Und das Schlimmste: Jetzt können wir auch keine weiteren Arbeitsplätze bekommen, weil die Nachfrage nun weg ist. Nun können wir Zonen ausweisen, bis wir schwarz werden - da wächst nichts ohne Nachfrage.

Um aus dieser Zwickmühle herauszukommen, muss man zusehen, dass man die Gebäude auch genutzt kriegt. Dazu hilft es, das Verkehrssystem zu verbessern. Hierbei könnte unser Nahverkehrs-Tutorial hilfreich sein. Bringt auch dies keine Besserung, ist es unter Umständen ratsam, in dem problematischen Gebiet (oder in der Nähe davon) entweder statt der Gewerbe- und Industriebauten oder ergänzend zu ihnen Wohngebiete unterzubringen. Dann muss man dem Spiel etwas Zeit geben, die Pendelwege neu zu berechnen. Das kann ein paar Spielmonate dauern.

Ein Hinweis noch zu Industriegebieten: Gebäude einer gleichen Klasse (Schwerindustrie, herstellende I., Hightech), die unmittelbar aneinandergrenzen, werden vom Spiel oft zu einem Block zusammengefasst. Man kann auch dies mit dem Routenabfrage-Werkzeug nachvollziehen, indem man auf die Gebäude klickt. Manchmal stellt man dann fest, dass man mehrere benachbarte Gebäude durchklicken kann, ohne dass die Pfeile, die die Verkehrswege von Pendlern und Fracht anzeigen, sich ändern. Die Pendler gelangen dann an einem Ende in den Komplex aus mehreren Gebäuden, und die Fracht-Lkw kommen auch alle dort hinaus.

Ebenfalls sieht man in solchen Fällen oft eine scheinbar zu hohe Pendlerzahl. Zum Beispiel hat ein Betrieb dann 100 Arbeitsplätze, es pendeln aber 500 Leute dorthin. Das liegt dann daran, dass benachbarte Gebäude mit dem gerade angeklickten Gebäude zu einer Einheit zusammengefasst wurden und sozusagen kollektiv berechnet werden.

Alles in allem bleibt festzuhalten: Die Routenabfrage ist ein oft unterschätztes, aber sehr mächtiges und aussagekräftiges Hilfswerkzeug bei Stadtplanung und -bau! Nutzt sie also...